Führung
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20).
Was bedeutet das wohl für Rangeleien um Position und Führung? Was bedeutet dies für hierarchisch geformte Organisationen?
Im Rahmen einer Versammlungen im Sinne von Mt 18,20 stellt sich die Frage nach der Führung nicht. Als Aufgabenstellung ergibt sich ab einer bestimmten Organisationsgrösse die Notwendigkeit einer Moderation. Gilt es Ziele zu verwirklichen, so müssen Teilnehmer bereit sein, Aufgaben zu übernehmen. Die Teilnehmer müssen sich kennen, um über deren Fähigkeiten und Lagerbestände Bescheid zu wissen. Also schalten Sie Ihren Fernseher ab. Dann kennen Sie Verwandte und Weggefährten bald genau so gut wie den Star Ihrer Lieblingsserie.
Wo ist in unserem System die Selbstbestimmtheit geblieben?
... Als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Penny als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müssig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müssig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Penny. Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Penny. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Penny? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? (Mt 20)
Müssen wir uns für einen Penny zum Affen machen? Gibt es Alternativen? Sehen so die dummen, blöden Tiere aus, die man als Schachfiguren in der Welt der Aussenpolitik benutzt? (“Military men are dumb, stupid animals to be used as pawns for foreign policy.” ~ Henry Kissinger January-February 2003 edition of Eagle Newsletter. [1])
Auch Konfuzius sieht das Thema Führung unbeschwert:
Konfuzius sprach: "Wenn ich mit drei Menschen zusammen wandere, kann immer einer von ihnen mein Lehrer sein: Denn was ich Gutes an ihm erkenne, wähle ich für mich aus, und was ich an ihm nicht gut finde, das ändere ich.”
Fazit: Sind es die dummen, blöden Menschen oder sind es die Führer, die an der Schieflage des Systems schuld sind? Läge es an mir zu urteilen so würde ich behaupten, dass unsichere, unehrliche und lieblose Führer diesem System kaum Luft zum atmen lassen. In diesem System muss Führung abgebaut werden. Die nötige Eigenverantwortung wird aber nur langsam nachwachsen.
Zum Kontext
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[1] Zu klären wäre noch, ob man Herrn Kissinger für diese Aussage verachten oder als Anwärter für den Friedensnobelpreis handeln soll.
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